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Der spätbarocke Höhengarten am Schloss Hohenlimburg bei HagenDurch die Verlegung der Bentheimischen Residenz von Rheda nach Hohenlimburg zwischen 1729 und 1756 kam es unter Graf Moritz Casimir I.(1710-1768) zum Ausbau des Schlosses als Residenz und zur Anlage von Gärten im spätbarocken Stil. Dabei wurde das steil ins Lennetal abfallende Gelände durch mächtige Stützmauern und entsprechenden Bodenabtrag so geformt, dass unterhalb des Neuen Pallas auf einer Geländeterrasse ein formaler Parterregarten entstand. Die einzige Bildquelle aus der Entstehungszeit des Barockgartens – ein Ölgemälde des damaligen Hofmalers von ca. 1740 – stellt einen durch Stützmauern abgefangenen regelmäßigen Garten dar, der vom darüberliegenden, naturbelassenen Areal über eine zweiläufige Treppe erschlossen wird. Diese trifft mit einem geschwungenen Treppenabsatz auf die Garten-Mittelachse, die wiederum von einer schmaleren Querachse gekreuzt wird. An den Enden beider Achsen sind zur Betonung Gartenstatuen aufgestellt. Rund um die vier zentralen Rasenfelder liegen Rabatten, in denen man kegelförmig geschnittene Bäumchen erkennen kann – vermutlich Eiben oder Wacholder sowie kleinere kugelförmige Gehölze – möglicherweise Buchsbaum. Eine bogig geschnittene Hecke läßt den Blick ins Tal nur durch das Tor in der Verlängerung des Hauptweges zu. An den Seiten wird der Garten durch eine Mauer, durch hohe geschnittene Hecken und durch einen viereckigen Aussichtspavillon gerahmt. Wie zur damaligen Zeit gebräuchlich, sind an den rückwärtigen, hohen Stützmauern Konstruktionen für Obst- und Nutzpflanzenspaliere angebracht. Obwohl einige Details des Gemäldes so kaum der Realität entsprechen können, sind doch die wesentlichen Gartenelemente so dargestellt, wie man sie noch heute im Gelände ablesen kann. Nach dem Umzug der Bentheimischen Residenz zurück nach Rheda im Jahr 1756 haben die Gärten am Schloss Hohenlimburg bis weit in das 20. Jahrhundert hinein im wesentlichen ihre ursprünglichen Strukturen und Funktionen beibehalten. Allerdings verlor der Herrschaftsgarten im Laufe der Zeit seine differenzierte Ausstattung mit Statuen, Gartenarchitekturen und pflanzlichen Elementen und erfuhr auch nicht mehr die erforderliche intensive Pflege. Im 19. Jahrhundert fanden verschiedene neue Ausstattungselemente, Steintische, eine Säule mit Sonnenuhr und ein Kenotaph (Ehrenmal für einen Toten) Eingang in den Parterregarten. Die regelmäßige Anlage blieb aber in ihren Grundzügen erhalten. In den 1960er Jahren wurde schließlich der Parterregarten mit Lärchen aufgeforstet. Erst im Jahr 2000 wurde das Landschaftsarchitekturbüro Bimberg aus Iserlohn mit der Erarbeitung einer gartendenkmalpflegerischen Leitkonzeption beauftragt. Diese sollte als Basis für neue, zeitgemäße Nutzungs- und Entwicklungsüberlegungen eingesetzt werden. In Anbetracht der Quellenlage war eine detailgetreue Rekonstruktion der Gartenschöpfungen aus der Regierungszeit Moritz Casimirs I. nicht denkbar. Gegen die umfassende Wiederherstellung der barocken Nutz- und Ziergärten mit ihrem pflanzlichen, baulichen und skulpturellen Inventar sprachen auch die hohen Herstellungskosten und die großen Anforderungen an eine spätere Unterhaltung und Pflege. Deshalb sieht eine erste Konzeption folgende Einzelbereiche vor, die im Frühjahr 2000 bereits teilweise realisiert worden sind: Die vorhandene historische Substanz, insbesondere die Stützmauern unterhalb und oberhalb des Gartens, die Treppe, die Fundamentreste eines Gartenpavillons sowie Fragmente behauener Steinplatten wurden erfasst und gesichert. Ziel war die Wiederherstellung und Erlebbarkeit des Gartenparterres als ebenem Gartenraum unterhalb des Schlosses unter Beseitigung der aufgeforsteten Lärchen – jedoch unter Beibehaltung einzelner Solitärbäume und der geschützten Eiben. Die halbhohen Mauern der ehemaligen Wein- und Obstterrassen vor der Schloßsüdwand wurden von sämtlichen Wurzelstöcken, Efeuranken und Ahornsämlingen befreit und in den Eckbereichen rekonstruiert. Schließlich soll auf der Nordseite des Schlosses der ehemalige Nutz- oder Dienerschaftsgarten des 19. Jahrhunderts entsprechend von Waldgehölzen freigeräumt und zumindest als Blumenwiese mit Obstbäumen angelegt werden. Eine besondere Bedeutung für die zukünftige Erschließung und Erlebbarkeit der Schlossgärten kommt der Anlage eines Rundweges zu, der vom Parkplatz aus einmal um das Schloss herumführen soll und alle Gartenteile verbinden könnte. Bis zur vollständigen Sicherung aller historisch bedeutsamen Gartenteile rund um das Schloss Hohenlimburg ist noch ein weiter Weg; aber dank des Einsatzes und der Zusammenarbeit Vieler, sind die ersten Schritte getan und die gartenkünstlerischen Ideen des Grafen Moritz Casimir I. beginnen rund um das Schloss sichtbar zu werden. Stand der Rekonstruierung im April 2006 Mit finanzieller Unterstützung der NRW-Stiftung und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt wird der barocke Höhengarten in seinen formalen Grundstrukturen rekonstruiert und soll im Herbst 2006 für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Ein Winzer wurde gefunden, der den kleinen Weinberg an der Südmauer bewirtschaften wird. Links: Barocker Höhengarten http://www.schloss-hohenlimburg.de/umgebung/schlossgarten/schlossgarten.html Förderung der Rekonstruierung durch die NRW-Stiftung http://www.schloss-hohenlimburg.de/nrwstiftung/nrwstiftung.html |
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